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[Reflections] Part 2 of the most important lessons of my life: How to control my fears

[Reflections] Part 2 of the most important lessons of my life: How to control my fears

Find the english version below the german text.

Mich regelmäßig in neue Abenteuer zu begeben, ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Zum einen sorgt das für die gewünschte Abwechslung, zum anderen bringt es mich jedoch gelegentlich in riskante Situationen, die mich dazu zwingen, mich mit meinen Ängsten auseinander zu setzen.

Seit Jahren hatte ich den großen Traum, Boliviens schönsten und zweithöchsten Berg zu besteigen. Der Illimani zählt  mit seinen 6438m Höhe jedoch zu den schwierigsten Bergen in Bolivien und erfordert sehr viel Erfahrung. Obwohl der Wunsch, diesen Berg zu besteigen, sehr groß war, verschob ich ihn über die letzten Jahre immer wieder nach hinten. Lange Zeit waren es einfach nur die Kosten, die mich davon abhielten, doch sobald diese kein Hindernis mehr darstellten, wurde mir klar, dass es eigentlich meine Angst war, die mich bremste, diesen Wunsch weiter zu verfolgen.

Obwohl ich bei meinem diesjährigen Besuch alle Möglichkeiten hatte, mir meinen Traum vom Gipfel des Illimani zu verwirklichen, hielt mich meine Angst wie immer zurück. Ich hatte Angst, für solch eine Expedition noch nicht bereit zu sein; Angst, einen Unfall zu haben; Angst, dass sich das Wetter wenden könnte; Angst, es nicht bis zum Gipfel zu schaffen und von mir selbst enttäuscht zu sein… die Liste von Ängsten, die mich davon abhielten, könnte ich noch eine Weile fortsetzen…

Ein Großteil dieser Ängste ist mit Sicherheit allgemein nachvollziehbar. Ein nicht unbeachtlicher Teil davon, resultierte jedoch aus reiner Spekulation – ich hatte ja immerhin schon einiges von diesem Berg gehört. Der Gedanke, dass ich von solchen Ängsten zurückgehalten wurde, die ich eigentlich nicht begründen konnte, gefiel mir allerdings überhaupt nicht, und so entschied ich mich dafür, das Abenteuer zu wagen. Der einzige Weg, um herauszufinden ob meine Angst gerechtfertigt war, verlangte dass ich es einfach ausprobierte und für mich selbst herausfand.

Die Expedition dauerte insgesamt 4 Tage und mit jedem vollendeten Tag verschwand ein weiterer Teil meiner Angst, obwohl sich an den äußeren Faktoren nichts geändert hatte. Die Route war gut begehbar, das Wetter blieb stabil und mein Bergführer hatte keine ungewöhnlichen Auffälligkeiten erkannt. Das einzige was sich geändert hatte, war mein Einschätzungsvermögen. Während ich in meinem Entscheidungsprozess für diese Expedition nur auf externe Informationen und Spekulationen zurückgreifen konnte, war es nun meine eigene Erfahrung, durch welche ich die Situation für mich persönlich einschätzen konnte und die mir die Angst nahm. Der Weg war alles andere als leicht, aber mit jedem Schritt kam ich meinem Ziel näher.

Die Fähigkeit, seine Ängste zu kontrollieren, halte ich für fundamental im Leben, denn während unkontrollierte Ängste uns von so vielen tollen Möglichkeiten abhalten, können wir auf der anderen Seite so viel Neues entdecken, wenn wir uns nur einmal dazu überwinden. Ängste sind immer präsent, denn jede noch so kleine Entscheidung, die wir treffen kann eine Gefahr für uns bedeuten, aber gleichzeitig auch nicht und deshalb müssen wir lernen, wann wir auf unsere Ängste hören sollten und wann sie unbegründet sind. Mit anderen Worten, wir müssen lernen, sie zu kontrollieren.

Ängste zu kontrollieren ist jedoch alles andere als einfach. Sie zu hinterfragen ist zwar der erste Schritt aber oft nicht ausreichend. Ängste können so tief in unserem Unterbewusstsein sitzen, dass wir kaum dagegen ankämpfen können. Wir werden immer einen Grund finden, welcher gegen unser Vorhaben spricht. Der einzige Weg dagegen anzukommen, ist unsere Ängste mit Taten zu konfrontieren. Das bedeutet nicht, sie komplett zu ignorieren, sondern sich ihnen bewusst und Schritt für Schritt zu nähern. Mit jedem Schritt den wir wagen, erweitert sich dabei unser Erfahrungsschatz, der uns wiederum die Sicherheit gibt, angsteinflößende  Situationen besser einzuschätzen. Vielleicht gehen wir dabei ein Risiko ein, aber in den meisten Fällen ist das Schlimmste was uns passieren kann, nur die Erkenntnis, dass wir noch nicht so weit sind. Aber auch eine solche Erkenntnis ist keine Niederlage, denn sie hat uns trotzdem einen Schritt weiter gebracht und wenn wir hartnäckig bleiben, können wir unsere Angst dann vielleicht beim nächsten Versuch besiegen.

—–<>—–

To embark myself on new adventures on a regular basis, is an important element of my life. On the one hand, that’s how I reach the kind of diversification, I desire, on the other hand, however, it leads me into risky situations, which force me to confront myself with the fears I have.

For years, I’ve had the great dream to climb on top of Bolivia’s most scenic and 2nd highest mountain. With its 21122ft, the Illimani counts as one of the most challenging mountains in Bolivia and therefore requires a lot of experience. Despite my wish to climb up this mountain being awfully present, I had postponed over and over again over the past years. For quite some time, it were the costs that had kept me from it, but as soon as they didn’t pose an obstacle any more, it came clear to me that it actually was my fear, which had detained me from pursuing my dream all along.

Although I had all that was necessary to fulfill my dream of standing at the top of Illimani during this year’s visit to Bolivia, my fear still kept me back as it always had. I was afraid, not to be ready for such a demanding expedition; afraid, to have an accident; afraid that the weather could change; afraid, not to make it to the top and to be disappointed with myself… the list of fears that kept me from it, could easily be continued…

The major part of these fears, is traceable, for sure. Another part that should not be underestimated, however, resulted from pure speculation – at least I had heard quite a lot of this mountain. I did not, however, like the thought of such fears holding me back that could not be explained reasonably, and so I finally decided to go for this adventure. The only way to find out whether my fear had had any justified reasons, was trying and finding out, myself.

The expedition lasted for about four days and with each one completed, another part of my fears vanished, although nothing had really changed on the outside. The track was accesible, the weather conditions remained stable and my guide had not detected any unusual peculiarities. The only thing that had changed, was my capacity to evaluate challenging situations. Whereas I had had to rely on external information and speculation during my decision-making process for this expedition, it was my own experience now, through which I could evaluate the situation for me, personally, and which took away my fear. The process had been everything but easy, but with each step, I got closer to reaching my goal.

I think, the capacity to control one’s fears is fundamental in life, because uncontrolled fear can keep us from a lot of great opportunities, while we could actually experience a number of new things, if we ever dared to. Fears are always present, because each little decision could lead us into a dangerous situation, but at the same time it also could not, and that’s why we have to learn when it is necessary to listen to our fears and when they are unreasonable. In other words, we have to learn how to control them.

To control fear, however, comes anything g but easily. To question the May be a first step but that’s often not enough. Fears can hide deeply within our unconscious, which makes it hard to fight them. We’ll always find a reason not to follow our intentions. The only way to hold against them, is to confront our fears with actions. That doesn’t mean ignoring them completely, but to overcome them step by step. With each step that we’re making, our range of experience becomes wider, which gives us the confidence to evaluate risky situations in a much better way. Maybe we’re getting ourselves into a risk by doing so, but in most cases the worst thing that could happen is to realize that we’re not ready yet. But even such a result does not mean failure, because it has brought us one step further, still and for as long as we keep going on, we might be able to overcome our fear next time.

 

Edited and translated by Amanda Pescadora

[Reflections] Part 2 of the most important lessons of my life: How to control my fears

[Reflections] Part 2 of the most important lessons of my life: How to control my fears

Find the english version below the german text.

Mich regelmäßig in neue Abenteuer zu begeben, ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Zum einen sorgt das für die gewünschte Abwechslung, zum anderen bringt es mich jedoch gelegentlich in riskante Situationen, die mich dazu zwingen, mich mit meinen Ängsten auseinander zu setzen.

Seit Jahren hatte ich den großen Traum, Boliviens schönsten und zweithöchsten Berg zu besteigen. Der Illimani zählt  mit seinen 6438m Höhe jedoch zu den schwierigsten Bergen in Bolivien und erfordert sehr viel Erfahrung. Obwohl der Wunsch, diesen Berg zu besteigen, sehr groß war, verschob ich ihn über die letzten Jahre immer wieder nach hinten. Lange Zeit waren es einfach nur die Kosten, die mich davon abhielten, doch sobald diese kein Hindernis mehr darstellten, wurde mir klar, dass es eigentlich meine Angst war, die mich bremste, diesen Wunsch weiter zu verfolgen.

Obwohl ich bei meinem diesjährigen Besuch alle Möglichkeiten hatte, mir meinen Traum vom Gipfel des Illimani zu verwirklichen, hielt mich meine Angst wie immer zurück. Ich hatte Angst, für solch eine Expedition noch nicht bereit zu sein; Angst, einen Unfall zu haben; Angst, dass sich das Wetter wenden könnte; Angst, es nicht bis zum Gipfel zu schaffen und von mir selbst enttäuscht zu sein… die Liste von Ängsten, die mich davon abhielten, könnte ich noch eine Weile fortsetzen…

Ein Großteil dieser Ängste ist mit Sicherheit allgemein nachvollziehbar. Ein nicht unbeachtlicher Teil davon, resultierte jedoch aus reiner Spekulation – ich hatte ja immerhin schon einiges von diesem Berg gehört. Der Gedanke, dass ich von solchen Ängsten zurückgehalten wurde, die ich eigentlich nicht begründen konnte, gefiel mir allerdings überhaupt nicht, und so entschied ich mich dafür, das Abenteuer zu wagen. Der einzige Weg, um herauszufinden ob meine Angst gerechtfertigt war, verlangte dass ich es einfach ausprobierte und für mich selbst herausfand.

Die Expedition dauerte insgesamt 4 Tage und mit jedem vollendeten Tag verschwand ein weiterer Teil meiner Angst, obwohl sich an den äußeren Faktoren nichts geändert hatte. Die Route war gut begehbar, das Wetter blieb stabil und mein Bergführer hatte keine ungewöhnlichen Auffälligkeiten erkannt. Das einzige was sich geändert hatte, war mein Einschätzungsvermögen. Während ich in meinem Entscheidungsprozess für diese Expedition nur auf externe Informationen und Spekulationen zurückgreifen konnte, war es nun meine eigene Erfahrung, durch welche ich die Situation für mich persönlich einschätzen konnte und die mir die Angst nahm. Der Weg war alles andere als leicht, aber mit jedem Schritt kam ich meinem Ziel näher.

Die Fähigkeit, seine Ängste zu kontrollieren, halte ich für fundamental im Leben, denn während unkontrollierte Ängste uns von so vielen tollen Möglichkeiten abhalten, können wir auf der anderen Seite so viel Neues entdecken, wenn wir uns nur einmal dazu überwinden. Ängste sind immer präsent, denn jede noch so kleine Entscheidung, die wir treffen kann eine Gefahr für uns bedeuten, aber gleichzeitig auch nicht und deshalb müssen wir lernen, wann wir auf unsere Ängste hören sollten und wann sie unbegründet sind. Mit anderen Worten, wir müssen lernen, sie zu kontrollieren.

Ängste zu kontrollieren ist jedoch alles andere als einfach. Sie zu hinterfragen ist zwar der erste Schritt aber oft nicht ausreichend. Ängste können so tief in unserem Unterbewusstsein sitzen, dass wir kaum dagegen ankämpfen können. Wir werden immer einen Grund finden, welcher gegen unser Vorhaben spricht. Der einzige Weg dagegen anzukommen, ist unsere Ängste mit Taten zu konfrontieren. Das bedeutet nicht, sie komplett zu ignorieren, sondern sich ihnen bewusst und Schritt für Schritt zu nähern. Mit jedem Schritt den wir wagen, erweitert sich dabei unser Erfahrungsschatz, der uns wiederum die Sicherheit gibt, angsteinflößende  Situationen besser einzuschätzen. Vielleicht gehen wir dabei ein Risiko ein, aber in den meisten Fällen ist das Schlimmste was uns passieren kann, nur die Erkenntnis, dass wir noch nicht so weit sind. Aber auch eine solche Erkenntnis ist keine Niederlage, denn sie hat uns trotzdem einen Schritt weiter gebracht und wenn wir hartnäckig bleiben, können wir unsere Angst dann vielleicht beim nächsten Versuch besiegen.

—–<>—–

To embark myself on new adventures on a regular basis, is an important element of my life. On the one hand, that’s how I reach the kind of diversification, I desire, on the other hand, however, it leads me into risky situations, which force me to confront myself with the fears I have.

For years, I’ve had the great dream to climb on top of Bolivia’s most scenic and 2nd highest mountain. With its 21122ft, the Illimani counts as one of the most challenging mountains in Bolivia and therefore requires a lot of experience. Despite my wish to climb up this mountain being awfully present, I had postponed over and over again over the past years. For quite some time, it were the costs that had kept me from it, but as soon as they didn’t pose an obstacle any more, it came clear to me that it actually was my fear, which had detained me from pursuing my dream all along.

Although I had all that was necessary to fulfill my dream of standing at the top of Illimani during this year’s visit to Bolivia, my fear still kept me back as it always had. I was afraid, not to be ready for such a demanding expedition; afraid, to have an accident; afraid that the weather could change; afraid, not to make it to the top and to be disappointed with myself… the list of fears that kept me from it, could easily be continued…

The major part of these fears, is traceable, for sure. Another part that should not be underestimated, however, resulted from pure speculation – at least I had heard quite a lot of this mountain. I did not, however, like the thought of such fears holding me back that could not be explained reasonably, and so I finally decided to go for this adventure. The only way to find out whether my fear had had any justified reasons, was trying and finding out, myself.

The expedition lasted for about four days and with each one completed, another part of my fears vanished, although nothing had really changed on the outside. The track was accesible, the weather conditions remained stable and my guide had not detected any unusual peculiarities. The only thing that had changed, was my capacity to evaluate challenging situations. Whereas I had had to rely on external information and speculation during my decision-making process for this expedition, it was my own experience now, through which I could evaluate the situation for me, personally, and which took away my fear. The process had been everything but easy, but with each step, I got closer to reaching my goal.

I think, the capacity to control one’s fears is fundamental in life, because uncontrolled fear can keep us from a lot of great opportunities, while we could actually experience a number of new things, if we ever dared to. Fears are always present, because each little decision could lead us into a dangerous situation, but at the same time it also could not, and that’s why we have to learn when it is necessary to listen to our fears and when they are unreasonable. In other words, we have to learn how to control them.

To control fear, however, comes anything g but easily. To question the May be a first step but that’s often not enough. Fears can hide deeply within our unconscious, which makes it hard to fight them. We’ll always find a reason not to follow our intentions. The only way to hold against them, is to confront our fears with actions. That doesn’t mean ignoring them completely, but to overcome them step by step. With each step that we’re making, our range of experience becomes wider, which gives us the confidence to evaluate risky situations in a much better way. Maybe we’re getting ourselves into a risk by doing so, but in most cases the worst thing that could happen is to realize that we’re not ready yet. But even such a result does not mean failure, because it has brought us one step further, still and for as long as we keep going on, we might be able to overcome our fear next time.

 

Edited and translated by Amanda Pescadora

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